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Vorträge der Abschlussarbeiten von A. Tokarev & E. Mikulich 23. Februar 2016, 19:00 Uhr

Haus der Geschichte

Yasashii Nihongo – Eine soziolinguistische Darstellung zur Einfachen Sprache in Japan

Vortrag von Alexander Tokarev – Student Uni Bonn

Wie es Ludwig Wittgenstein treffend ausdrückte: Die Grenzen meiner Sprache bedeuteten die Grenzen meiner Welt.

Sprache ist primäres Medium menschlicher Kommunikation und des gesellschaftlichen Handelns, ist linguistisch gesehen ein Werkzeug zur Informationsübermittlung. Sie sollte im Idealfall für alle leicht verständlich sein. Gerade in schriftsprachlichen Kommunikationsprozessen, die durch einen hohen Grad an Fachsprachlichkeit gekennzeichnet sind, ist dies nicht immer der Fall. Kann Information etwa aufgrund ihrer textuellen Schwerverständlichkeit nicht rezipiert werden, verliert der Adressat nicht selten das Interesse, fühlt sich ausgeschlossen.

„Barrierefreie Kommunikation“ ist in Deutschland bereits Teil des soziopolitischen Diskurses, dieser Vortrag beleuchtet die Situation zur barrierefreien Sprache in Japan. Diese hat eine sehr diverse Zielgruppe: Zu den „im Umgang mit Informationen Benachteiligten“ bzw. „Personen mit Informationsschwäche“ (joho jakusha) zählen in Japan neben Menschen mit Lernschwierigkeiten, funktionalen Analphabeten, auch Kinder, Personen über 60 Jahre sowie Ausländer. Im Vortrag werden typische Merkmale von Yasashii Nihongo dargestellt, abschließend wird der Frage nachgegangen, inwieweit gesellschaftspolitische Maßnahmen zu einer einfacheren Sprache als effizient gelten können und inwiefern ein Yasashii Nihongo einen Beitrag zur Verminderung sprachlicher Teilhabebarrieren – und damit zu mehr gesellschaftlicher Inklusion – zu leisten vermag.

Alexander Tokarev (Universität Bonn MA)

Studium der japanischen Sprache und Translation an der Universität Bonn, bis WS 2015/16 Tutor für Studierende im ersten Lernjahr, Jurymitglied im 4. Bonner Übersetzungswettbewerb für Studierende am Institut für Orient- und Asienwissenschaften. Zwei Kurzaufenthalte in Tokio und Tsukuba. Interesse für deutsch-japanische Bildungs- und Hochschulpolitik sowie kulturelle Öffentlichkeitsarbeit im akademischen, aber auch im außerakademischen Bereich.

 

Japanische Light Novels und die sprachlichen Aspekte ihrer Übersetzungen im Kontext deutschsprachiger Jugendliteratur

Vortrag von Ekaterina Mikulich – Studentin Uni Bonn

Hierzulande nicht so bekannt wie Manga, aber auch in Japan u.a. wegen der enthaltenen Illustrationen oft mit ihrem grafischen Erzählpendant verglichen, sind Light Novels, eine besondere Art von Jugendromanen bzw. langen Romanserien für Jugendliche, die sich großer Beliebtheit erfreuen. Daher werden einige von ihnen mittlerweile auch ins Deutsche übersetzt.

In diesem Vortrag soll es um die sprachliche Umsetzung sowohl der Originale als auch schwerpunktmäßig ihrer deutschen Übersetzungen gehen. Anhand einiger konkreter Beispiele werden die Besonderheiten des Schreibstils von Light Novels gezeigt und wie (bzw. ob) diese auch im Deutschen erkennbar sind. Ebenso wird es um vorhandene Theorien und Modelle für kritische Übersetzungsanalysen gehen und wie man die rein sprachlichen, nicht inhaltlichen, Aspekte einer Übersetzung überhaupt bewerten kann. Beispielsweise kann dies auch über eine Prüfung der Angemessenheit der Ausdrücke im Hinblick auf die jugendliche Zielgruppe erfolgen, aber auch andere Ansätze und Möglichkeiten werden präsentiert und zur Diskussion gestellt.

 

Ekaterina Mikulich

2008-2012 Studium der Japanologie und Anglistik in Leipzig, währenddessen Auslandssemester an der Aichi Prefectural University in Nagoya, Japan. Seit Oktober 2012 Masterstudium der Asienwissenschaften in Bonn mit dem Schwerpunkt „Japanische Sprache und Translation“; seit Anfang 2012 freiberufliche Übersetzerin von Manga, Light Novels und Anime u.a. bei TOKYOPOP, KAZÉ Manga und Anime House.

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